„Ich habe eine Grippe,“ sagt sich leicht. Meist steckt hinter den Symptomen eine harmlose Erkältung. Eine echte Grippe (Influenza) kann gefährliche Komplikationen haben.

Umgangssprachlich wird zwischen der echten Grippe und einer Erkältung oft nicht unterschieden. Medizinisch betrachtet ist der Unterschied groß. Denn eine Influenza kann gefährliche Komplikationen auslösen, die Erkältung ist harmlos. Sie verschwindet nach einer Woche wieder, ohne, dass der Arzt eingreifen muss. Wer verkühlt ist und unter Symptomen wie Halsschmerzen, Husten und geschwollenen Stirn- und Nebenhöhlen leidet, kann auf etliche rezeptfreie Medikamente zurückgreifen, die Linderung der Symptome verschaffen.

Erkältung und Grippe haben einiges gemeinsam, so wird die Erkältung auch gerne als „grippaler Infekt“ bezeichnet. An einigen Symptomen kann man die beiden Krankheiten unterscheiden.

Woran erkennt man eine Erkältung?

  • Schleichender Beginn mit laufender Nase und Halsschmerzen
  • Niedriges oder gar kein Fieber
  • Tritt ganzjährig – wenn auch im Winter häufiger – auf
  • Die Erkältung ist selbstlimitierend, erreicht nach vier Tagen den Höhepunkt und klingt nach sieben bis zehn Tagen ab

Woran erkennt man eine Grippe?

  • Beginnt schlagartig mit hohem Fieber
  • Hohes Fieber mit 38 – 41 Grad
  • Tritt saisonal im Winter, mit einem Höhepunkt im Jänner und Februar auf

Auslöser

Sowohl die Grippe als auch die Erkältung werden von Viren ausgelöst. Während Viren, die eine Erkältung verursachen, harmlos sind, kann die Influenza richtig gefährlich werden. Die häufigste, gefährliche Komplikation ist die Lungenentzündung, die gerade bei älteren Menschen, sogar lebensbedrohlich sein kann.

Grippe Impfung

Anders als bei der Erkältung wird gegen die Grippe eine Impfung angeboten. Der Impfschutz hält dabei immer nur eine Saison an, weil sich Influenzaviren, die die Grippe auslösen, sehr rasch verändern. Gerade Personen ab 50 Jahren, Schwangeren, Menschen mit einer Lungenerkrankung und Personen, die beruflich Kontakt mit vielen Menschen haben, insbesondere im Gesundheitsbereich wird zu einer Grippeimpfung geraten. Kinder unter sechs Monaten können keine Grippeimpfung bekommen. Deshalb ist es im Sinne des Nestschutzes wichtig, dass sich alle Personen im Umfeld von Neugeborenen impfen lassen. In der Grippesaison 2018/19 sind insbesondere die Influenza-A Typen H1N1 und H3N2 aktiv. Die saisonale Impfung bietet gegen diese Stämme einen effektiven Schutz. In in der Stadt Wien erkranken Anfang 2019 jede Woche etwa 5 000 Personen an der Influenza.

Warum gibt es kein Heilmittel gegen Erkältung

„Eine Erkältung dauert mit Behandlung sieben Tage und ohne eine Woche“, besagt eine alte Volksweisheit. Im Kern ist sie wahr: es gibt keine ursächliche Therapie gegen die Erkältung. Anders als bei der echten Grippe kann man sich auch nicht impfen lassen. Das liegt daran, dass die Erkältung von 200 verschiedenen Viren ausgelöst werden kann.  Rhino-, Corona-, Adeno-, Parainfluenza- und Respiratory-Syncytial-Viren sind einige davon. Um eine antivirale Therapie oder eine Impfung zur Vorsorge zu entwickeln sind die auslösenden Viren einfach zu unterschiedlich. Wie auch die Influenza Viren mutieren sie rasch. Die 200 Erkältungs-Auslöser verändern sich zu schnell, als dass Mediziner mit der Entwicklung von Impfstoffen nachkommen würden. Die gute Nachricht: eine Erkältung heilt von alleine wieder aus. Die Erkältungs-Viren sind harmlos, unser Immunsystem wird mit ihnen fertig.